Sie sind nicht angemeldet.

Fabi

Administrator

(21)

  • »Fabi« ist männlich
  • »Fabi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 185

Vorname: Fabian

Lieblingsgenre: Thriller & SciFi

  • Nachricht senden

1

Mittwoch, 30. September 2009, 17:49

Bewertung der Geschichten von Freunden

Hallo liebe Mitglieder :)

Da ich auch immer öfter, und erst vor kurzem von einem Freund angesprochen wurde, seine Geschichte zu bewerten, angesprochen wurde, tat ich das auch. Ich versuche sie hier wirklich ernst zu nehmen, die Sache mit dem Buchschreiben, meist kommt dann aber nur ein Klappentext, ein erstes Kapitel oder ein Prolog, also nichts wirklich, was man lesen kann und eine gewisse Tendenz feststellt. Der Schreibstil wurde vorher durch keinen Kurzgeschichten trainiert, na ja - trotzdem, vielleicht handelt es sich dabei um ein Talent? ;) Jedoch was man bekommt ist Durchschnitt, man betont, dass man ja helfen will und man die Kritik nicht ernst nehmen sollte. Dann aber kommt der Schock, der Freund nickt die Kritik ab - manchmal redet man etwas sehr gut, was eigentlich nicht der Fall ist. Und so können falsche Hoffnungen entstehen. Auch, wenn man betont, dass man bei vieler guter Kritik nicht in den 7. Himmel aufschweben darf.

Habt ihr auch schon ähnliche, vergleichbare Situationen gehabt?
Was sagt ihr eurem Freund?
Wann nehmt ihr einen Schreiberling 'für voll', wann nicht?
Was ist der richtige Einstieg - also was nach der sehr guten Kritik?

Viele Grüße
Fabi

SchwarzeTinte

Liest zum ersten Mal Bücher

(25)

  • »SchwarzeTinte« ist männlich

Beiträge: 424

Vorname: Mario

Lieblingsgenre: DDR-Literatur

  • Nachricht senden

2

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 07:47

Ich kann von der anderen Perspektive sprechen, ich habe oft Mühe über meine Gedichte oder Geschichten mit Leute zu sprechen die ich kenne.
Nur einmal war es nicht der Fall, weil die Person genau diesen Aspekt angesprochen hatte, was es für mich wahnsinnig interessant machte.
ReadArt, oder die Kunst für alle:
www.readart.ch

Fabi

Administrator

(21)

  • »Fabi« ist männlich
  • »Fabi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 185

Vorname: Fabian

Lieblingsgenre: Thriller & SciFi

  • Nachricht senden

3

Samstag, 3. Oktober 2009, 15:25

Welche Bewertungsart bevorzugst du denn - privat (Schule, Verwandte,...) oder öffentlich (Internet, Publikum,...)?

Lässt du dich nicht gerne bewerten, weil du etwas Angst hast, dass sie vielleicht darüber lachen oder dich "aufspüren" könnten?

SchwarzeTinte

Liest zum ersten Mal Bücher

(25)

  • »SchwarzeTinte« ist männlich

Beiträge: 424

Vorname: Mario

Lieblingsgenre: DDR-Literatur

  • Nachricht senden

4

Samstag, 3. Oktober 2009, 17:37

Es ist schwierig sich von Leute bewerten zu lassen, die einem kennen, weil es nicht angenehm ist anzusehen, wie sie das ganze auf mich zurückzuführen versuchen, daraus kann keine saubere Analyse des Gedichtes entstehen.
ReadArt, oder die Kunst für alle:
www.readart.ch

Leserin

Literaturbesessen

(12)

Beiträge: 2 204

Vorname: Gabi

Lieblingsgenre: Die klassischen Drei (Epik, Lyrik und Dramatik)

  • Nachricht senden

5

Dienstag, 6. Oktober 2009, 21:09

Das ist ein interessantes Thema, denn wir hatten ja schon einige Mal darüber diskutiert, wie schnell Herr Tischler Müller morgen zum Literaten/Autoren Müller werden kann bzw. sich eben als solcher sieht.

Grundsätzlich ist es bei mir so, dass ich erstmal keinen Unterschied zwischen Freund, Bekannter und Fremder mache, ein Gedicht, eine Kurzgeschichte oder ein Roman ist für mich zuerst ein Textcorpus und ich blende quasi aus, wer ihn geschrieben hat. Es ist also egal, ob Mann oder Frau, Neuling, Fachler oder versierter Schreiber, ich nehme mir den Text vor, notiere meine Gedanken und teile die später mit. Bei der Rückgabe ist meine einzige Variable die, dass ich meine Bewertung sprachlich auf dem Niveau des Schreibers verfasse. Wenn ich also die Geschichte von einem 15-Jährigen lese, kann ich nicht mit der Fachkritik á la Uni kommen, sondern ich formuilere es so, dass mich der 15-Jährige versteht. Wenn ich dagegen das Gedicht von einer mir bekannten Lyrikerin lese, dann kann ich bei ihr auch mit "Fachchinesisch" antworten, da ich weiß, sie kennt sich in der Materie aus. Meine Meinung, ob positiver oder negativer Art, bleibt also bei jedem Autor bestehen, ich passe nur meine Wortwahl dem Hintergrund des Schreibers an.

Letztendlich ist meine Meinung ja auch immer nur eine subjektive, ich würde also keinem Schreiber von Anfang sagen, er/sie muss sich an mein Urteil halten, aber ich versuche immer faktische Gründe zu finden, die meine Meinung untermauern und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es die Schreiber so besser aufnehmen, als würde ich z.B. nur sagen "Mir gefällt die Geschichte" oder "Mir gefällt die Geschichte nicht". Trotzdem passiert es natürlich, dass gerade eher negative Kritik schwer genommen wird, die Schreiber dann denken, sie hätten kein Talent und sollten nie mehr einen Stift in die Hand nehmen. So weit würde ich aber gar nicht gehen, denn ich sehe Kritik als Anregungen für den Fortschritt, dass die Schreiber also an sich arbeiten, nicht gleich aufgeben. Das ist aber ein sensibler Punkt, eine heikle Stelle in jedem Gespräch und ich muss offen sagen, ich selbst treffe da nicht immer die richtigen Worte. Ich denke, ich wirke eher zu "hart" bzw. der Eindruck entsteht, ich kritisiere non-stop, weil es mir Spaß macht oder ich schlechte Laune habe (?).

Hier würde ich aber ansetzen und im Gegenzug erwidern, das Selbstbildnis mancher Schreiber ist schon vor dem Beginn ihrer "Karriere" deutlich zu hoch. Sicher, die Mutter oder der Opa loben und werden nie sagen, die Geschichte sei schlecht und wenn man z.B. in einem Internetforum auch positive Kritiken auf eine Geschichte erhält, beflügelt das und man wächst austomatisch um 10 cm, aber ich muss leider sagen, für mich sind solche Urteile oft unerklärlich. Ich kann es nicht direkt beziffern, aber ich würde grob sagen, von 10 Schreibern, die über Schule und/oder das Internet als gut bis sehr gut gewertet wurden, würden nach meinem Ermessen 6 sofort durchfallen, 2 sind Mittelmaß und die restlichen 2 sind die, die gut sind und/oder Potenzial haben. Das Problem ist dann aber, dass es genau diese 6 sind, die sich schon als Reinkarnation Goethes sehen und wenn sie dann, z.B. von mir, einen kleinen Dämpfer erhalten, kommen reflexhaft Aussagen wie "Aber im Forum X sagten alle, meine Geschichte ist super" oder "Ich habe den Deutsch-LK besucht". Tja, schön für euch, aber die Geschichte ist dann trotzdem nicht das Highlight für mich und ich sage es auch. Die Folge ist dann aber oft die, dass diese Schreiber beleidigt abziehen, sich trotzdem als besagter Goethe 2 sehen und sich nicht beirren lassen - ich will nicht unken, aber ich denke, spätestens wenn diese Leute dann versuchen, in einer Expertenrunde oder gar bei einem Verlag vorzusprechen, werden sie ordentlich abgewatscht und sehen, was sie sind und was sie nicht sind. Schade, soweit müsste es gar nicht mit gesunder Selbsteinschätzung kommen.


Wo wir schon beim Thema sind, darf ich gleich mal eine Frage anschließen? Ich tue es einfach, wie immer. :D Wie ist eurer eigener Eindruck, wenn ihr gerade die Internet-Schreiber und deren Werke lest, vielleicht auch solche Sprüche hört wie "Alle fanden meine Geschichte aber klasse"? Beeinflusst euch das oder schaut ihr eher genauer hin?
("Leserin" ist nicht mehr aktiv hier, daher keine Beiträge, PNs und Emails).

SchwarzeTinte

Liest zum ersten Mal Bücher

(25)

  • »SchwarzeTinte« ist männlich

Beiträge: 424

Vorname: Mario

Lieblingsgenre: DDR-Literatur

  • Nachricht senden

6

Dienstag, 6. Oktober 2009, 23:07

*g*, wenn jemand sagt das den Text "Alle gut fanden", dann schaue ich immer zweimal hin, ich will ja ein bisschen querdenken ;)
ReadArt, oder die Kunst für alle:
www.readart.ch

Leserin

Literaturbesessen

(12)

Beiträge: 2 204

Vorname: Gabi

Lieblingsgenre: Die klassischen Drei (Epik, Lyrik und Dramatik)

  • Nachricht senden

7

Mittwoch, 7. Oktober 2009, 14:11

Wenn wir den Faden einmal weiterspinnen, welches "Publikum" bzw. welche Leser sind vielleicht eher angebracht als andere Leser, um Geschichten zu beurteilen? Ich denke, viele Leute stellen ihre Werke erst einmal im Familien- und Freundeskreis vor, aber wer erhält da dann konstruktive, vielleicht sogar negative Kritik? In einem Literaturforum, wie auch hier, tummeln sich auch allerlei unterschiedliche Leser, aber wie ist ein vermeintlich "objektiver" Urteilsspruch zu erreichen?
("Leserin" ist nicht mehr aktiv hier, daher keine Beiträge, PNs und Emails).