Fröhliches Samhain euch allen!

© Carlo Schrodt / PIXELIO | www.pixelio.de

Nein, Samhain ist kein Tippfehler. Früher nannte man das heutige Fest “Halloween” Samhain. Doch bevor ich euch sage wie man von Samhain auf Halloween kam, müssen wir eine kleine Zeitreise machen. Und zwar 2000 Jahre in die Vergangenheit.

Vor 2000 Jahren waren die Menschen sehr abergläubisch. Man dankte und opferte den Göttern, um ihren Zorn zu besänftigen. Denn wenn Götter zornig waren, so glaubte man, würden sich diese u.a. mit starkem Regen, Blitzen und Stürmen rächen, die wiederum zu schlechten Ernten und großen Hungersnöten führen. Das Volk besänftigte diesen Zorn meist mit der Bezahlung von Tieren und Menschen gegenüber ihrem Gott. Umso größer die Qual und lauter die Schreie der geopferten Menschen waren, umso besser. In Amerika opferte man zum Beispiel Menschen in einem mehrere Meter hohen Holzmann mit eingelassenen “Gefängniszellen”, in die die Opfer eingesperrt wurden. Der Holzmann wurde schlussendlich angebrannt, die Menschen starben qualvoll an ihren Verbrennungen. Umso heftiger die Opfer schrieen, desto mehr freute man sich auf eine gute Ernte.

Halloween spielte sich glücklicherweise deutlich harmloser ab: Der 31. Oktober war der letzte Sommertag der Kelten im heutigen Großbritannien. Am 01. November begann nach ihrem Kalender zufolge der Winter. Dieser Wechsel wurde mit einem großen Feuer eingeleitet um Samhain, ihrem Sonnengott, für die vergangene Ernte zu danken und zugleich den verstorbenen Seelen zu gedenken. Doch das Feuer erfüllte einen weiteren Zweck: Man dachte damals, dass mit dem Gang des Sommergottes der keltische Gott der Toten dessen Platz einnehmen würde und die Verstorbenen in Form von Geistern nach Hause zurückkehren würden. Das Feuer solle den Geistern den Weg zurück zu ihrer Welt erhellen, damit sie nicht weiter unter den Lebenden verweilen. Trotz allem verirrten sich manch Geist und fand nicht mehr zurück. Sie trieben stattdessen Schabernack mit den Lebenden.

Das versuchten die Menschen natürlich zu vermeiden. Also verkleidete man sich kurzerhand nun selbst als Geist und versuchte so die restlichen “echten” Geister zu erschrecken, um auch die Letzten aus der Welt der Lebenden zu vertreiben.

Im Jahr 837 ernannte Papst Gregor IV den 01. November zum Tag des Gedenkens an Märtyrer, allen Gläubigen und “allen Heiligen”, kurz: dem “Allerheiligen”. Der Tag davor, also der 31. Oktober, wurde als “das Fest zum Vorabend der Allerheiligen” benannt. Ins Englische übersetzt nannte sich der Tag “All Hallows’ Eve[ning]“. Schnell kürzte man den Begriff in “Hallows’ E’en” ab – und heutzutage sagt man einfach nur: “Halloween”.

So schließt sich also der Kreis zwischen Samhain und Halloween. Aber ich bleibe dabei… ein fröhliches Samhain euch allen!

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