SAVAGES: Der andere Drogenthriller von Oliver Stone

SAVAGES

SAVAGES ist ein unerbittlicher Thriller, in dem Oscar-Preisträger Oliver Stone zeigt wie aus kalifornischen Grass-Dealern rücksichtlose Killer werden, die sich mit einem mexikanischen Kartell anlegen. Ein filmischer Lehrgang durch einen nicht offiziellen Teilbereich der Ökonomie. SAVAGES ist ein stark inszenierter und besetzter Drogenthriller mit Blake Lively, John Travolta, Benicio Del Toro und Salma Hayek.

SAVAGES – Vom entspannten Strandleben zum blutigen Drogenkrieg

Laguna Beach ist ein idyllisches Nest im kalifornischen Süden. Hier teilen sich die gegensätzlichen Freunde Chon (Taylor Kitsch) und Ben (Aaron Johnson) nicht nur Liebe und Sex mit der schönen Ophelia, kurz O (Blake Lively), sondern seit Jahren auch ein erfolgreiches Drogengeschäft. Das beste Gras im Süden der USA kommt von ihnen und wird von allen geliebt. Erfolgreich haben sie ein Netzwerk hochgezogen, dass dank des korrupten Drogenfahnders Dennis (John Travolta) nicht bedroht scheint. Da hat noch niemand damit gerechnet, dass sich die mexikanische Drogenkönigin Elena Sánchez (Salma Hayek) einmischt. Sie will das Geschäft der Freunde in ihres integrieren. Eigentlich will der Buddhist und Entwicklungshelfer Ben, der seine Gewinne gerne in Brunnen- und Schulprojekte in Afrika und Asien steckt, das Netzwerk dem mexikanischen Drogenkartell überlassen. Doch die Mexikaner, vertreten von Anwalt Alex (Demián Bichir) und Killer Lado (Benicio Del Toro), wollen mehr. Sie wollen auch das Know-how Chon und Ben. Als die beiden friedlich ablehnen, entführen sie O, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Jetzt liegt es an den Ex-Navy-Seal Chon zu handeln.  Es beginnt ein heftiger und blutiger Schlagabtausch aus intelligenten und durchgreifenden Manövern bis alles in einen riskanten Showdown eskaliert.

SAVAGES

 

SAVAGES – Bestseller-Adaption der Spitzenklasse

Oliver Stones SAVAGES beruht auf den gleichnamigen Bestseller (dt. „Zeit des Zorns“) des US-Schriftstellers Don Winslow (Bericht über Autor und Buch vom 5. Februar 2013 hier). Winslow gehört zurzeit zu den erfolgreichsten Thriller-Autoren der Welt. Für ihn ist es eine große Ehre, dass der berühmte Regisseur seinen Roman verfilmt. Dabei könnte sich Stone genauso geehrt fühlen einen Stoff von ihm zu verfilmen – immerhin genießt das Buch in Amerika Kultstatus.

Am 14. Februar 2013 ist SAVAGES auf DVD und Blu-Ray erschienen. Der beste Zeitpunkt sich vonSAVAGES den ersten Minuten an in den Bann ziehen zu lassen, von einer Geschichte, die im rasanten Tempo ihrem Ende entgegen fiebert. Da vergehen die über zwei Stunden nahezu unbemerkt. Die visuelle Gestaltung zieht den Zuschauer in einen Bilderrausch, des optischen Spielereien ganz Oliver Stones und Kameramann Daniel Mindels Handschrift tragen. In SAVAGES reflektiert der Regisseur den Erzählvorgang selbst und seine Verlässlichkeit. Gleich am Anfang wird O als Erzählerin etabliert. Ihre Off-Kommentare sind aber kein verlässliches Zeugnis für die Wahrheit des Geschehens. Zweifel kommen auf, wenn sie behauptet am Ende der Geschichte vielleicht selber nicht mehr am Leben zu sein. Ein beliebtes Erzählmuster des Film noir. Stone spielt so sehr mit der Tradition, dass er für den Zuschauer sogar zwei Varianten des Endes bereithält. Leider gelingen ihm nicht immer die angeschnittenen Erzählstränge auszuspielen. Manchmal könnte er mehr erzählen, trotzdem schafft SAVAGES eine Kombination aus hippen Drogenfilm und brutaler Komödie im Tarantino-Style früherer Tage zu sein. Mit dem besonderem Händchen für die Reflexion über filmisches Erzählen und der dramatischen Darstellung von Menschen am Abgrund ihres Lebens.

SAVAGES

Auf DVD und Blu-Ray erwarten den Zuschauer die Extended Version mit 10 Minutern längerem Filmvergnügen. Wer sich für die Blu-Ray entscheidet, kann sich über ein umfangreiches Bonusmaterial freuen: Unveröffentlichte Szenen und ein fünfteiliges Making-of inklusive Interviews mit Stab und Besetzung sowie einem exklusiven Blick hinter die Kulissen. Hier ein Vorgeschmack:

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