Ralf Husmann ist für einige deutsche Comedysendungen, wie z.B. “Stromberg”, aber auch für sein neustes Buch “Vorsicht vor Leuten” verantwortlich – was zugleich auch Thema dieses Interviews mit ihm ist.
Er arbeitet seit geraumer Zeit für Brainpool und beschäftigt sich auch weiterhin als Writer und Produzent für verschiedene Shows und Sendungen mit großem Erfolg – vorzugsweise geht es um die Comedy Und genau die merkt man dem Interview an Wir wünschen viel Spaß beim Lachen!
Literatur-Community: Interviews sind doch langweilig. Da sie total unwitzig sind. Denken Sie nicht auch?
Ralf Husmann: Ja. Wobei, das hier würde schon lustig, wenn man die ersten beiden Sätze wegließe.
Bezeichnen Sie sich eher als Drehbuchautor, Autor oder Comedian? Aus welchem Grund?
In erster Linie bin ich Autor. Ob für Kolumnen, Dreh- oder sonstige Bücher ist nicht so entscheidend. In zweiter Linie bin ich Produzent. Ich wollte immer schon Schreiber werden, schon als Kind. Nicht Astronaut, Feuerwehrmann oder Indianer. Ich wollte Schreiber werden.
Würden Sie sagen der Beruf des Drehbuchautors ist Ihr Taumjob? Niemals Langeweile, immer Spaß am Arbeitsplatz?
Spaß ist ja überschätzt. Langeweile dagegen oft unterschätzt. Ich hab dennoch einen Traumjob.
Sie sind für die Serien wie z.B. Stromberg, Rent a Pocher, Dr. Psycho aber auch stern TV verantwortlich. Wie kam es zu stern TV – in dieser Sendung ist doch kein Humor gefragt…? Kann man behaupten, dass Sie sich nach “ernsterer Arbeit” sehnen?
Man kann zumindest nicht behaupten, dass ich für „STERN TV“ verantwortlich war. Ich hab für das Format in grauer Vorzeit Beiträge gemacht. Und die waren immer lustig gemeint. Ich muss Sie also enttäuschen. Es steckt in mir kein Stefan Aust, der dringend noch raus will…
Wie würden Sie Ihren Humor beschreiben?
Lustig.
Ihr neues Buch Vorsicht vor Leuten hätte sich auch als Film sehr gut geeignet. War der Roman zuvor ein Drehbuch? Oder von Anfang an eine Idee, die aufgeschrieben werden musste und dann letztendlich als Buch herauskam?
Der erste Roman „Nicht mein Tag“ war ursprünglich mal ein Drehbuch. Am Anfang von „Vorsicht vor Leuten“ gab es die Idee, etwas über einen Hochstapler, einen Betrüger zu machen. Es ging um die Frage, wie man mit einer kleinen Unwahrheit in eine größere Lüge rutscht, die dann irgendwann das ganze Leben bestimmt…
“Solange ein Mann sich noch eine Bratwurst macht, hat er nicht aufgegeben” ist der erste Satz Ihres neuen Buchs Vorsicht vor Leuten. Wie kam der Satz zustande?
Ich hatte eigentlich einen anderen Anfang, den fand mein Lektor aber noch „ausbaufähig“. Deswegen hab ich einen anderen Anfang geschrieben und darin tauchte der Satz auf. Es war wieder mein Lektor, Volker Jarck, der meinte, das sei doch ein guter erster Satz.
Wieviel wurde von Stromberg auf Brahmkamp, den Hauptprotagonisten in Vorsicht vor Leuten, adaptiert? Waren diese ähnlich Eigenschaften Absicht oder strombergtypische Routine?
Ich seh da gar nicht so viel Ähnlichkeit. Brahmkamp ist dick, ohne Ehrgeiz und voller Selbstzweifel. Und er will seine Frau zurück. Das alles kann man von Stromberg nicht behaupten.
Apropos Routine Bekommen Sie überhaupt Routine beim Schreiben von witzigen Dialogen, Szenen, Darstellungen? Ich könnte mir vorstellen, dass man als Autor die Leser von humoristischen Büchern nicht so schnell überzeugen kann als Leser von brutalen, blutigen Büchern…
Guter Horror ist auch nicht so einfach. Gutes ist eh nie einfach, sonst gäb es ja mehr davon. Aber in der Tat fällt es den Leuten leichter zu sagen, „Ich kann mit Gruselgeschichten nichts anfangen“, als „ich versteh nix von Humor“. Spaß will irgendwie jeder verstehen. Das ist wie mit Sex oder Politik. Davon hat auch jeder Ahnung. Was die Routine angeht, rede ich da lieber von Handwerk, und ich hoffe, dass man das im Laufe der Zeit halbwegs beherrscht…
Nervt es Sie ständig mit Stromberg assoziiert zu werden?
Nein.
Wieviel Lachen und Grinsen genügt Ralf am Tag?
Da gibt’s doch diesen Satz von Charlie Chaplin „Jeder Tag an dem du nicht jemanden vor Lachen bepisst hast, ist ein verlorener Tag“, und es war Konfuzius der sagte „Jemandem ins Gesicht zu lachen ist besser als ihm in die Fresse zu schlagen“. Wie sollte ich diesen großen Geistern widersprechen?
Sind Sie ein Verfechter der Devise, dass es sich mit einem Lachen auf dem Gesicht am Leichtesten lebt?
Wo denn sonst, als auf dem Gesicht? Da gehört es hin. Das verfechte ich. Auf jeden Fall.
Wie oft denken Sie “Mist, dieser Gag hätte auch von mir sein können! Wieso ist das mir nicht eingefallen?”
Kommt vor. Meistens klaue ich den Gag dann und behaupte später, er sei eh von mir…
Haben Sie manchmal die Gedanken, dass Ihnen die Witze ausgehen? Dass Sie Ihren eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden?
Kommt vor. Allerdings mehr so, dass ich fürchte, ich krieg’s nicht mit, wenn keiner mehr über meinen Kram lacht. So wie man heute manchmal alte Juhnke-Sketche sieht und denkt „Oh Gott!“.
Welchen Comedian schätzen Sie sehr und welchen finden Sie aus welchem Grund am Witzigsten?
Ich schätze die üblichen Verdächtigen. Pastewka, Kerkeling, Engelke, Loriot usw. ich bin derzeit großer Fan von Rainald Grebe und bewundere seit Jahren das was Josef Hader macht. Die haben alle gemeinsam, dass sie in den guten Momenten nicht nur lustig, sondern auch wahr sind.
Muss ein Vollblutcomedian auch Privat witzig sein?
Ja.
Und jetzt nochmal was Witziges zum Abschluss
Numpflbumpf





