Einmal im Jahr lädt die Stadt Düsseldorf zum Bücherbummel auf der Kö ein, dieses Mal vom 14. bis 17. Juni. Die Düsseldorfer Literaturtage (14. Juni bis 24. Juni) sind das offizielle kulturelle Begleitprogramm und Rahmen für die nun dritte Ausschreibung des Online-Literaturwettbewerbs COMPETE für junge Autorinnen und junge Autoren.
Beteiligen können sich Jugendliche bis 25 Jahre aus aller Welt. Die Texte können entweder in Deutsch oder Englisch verfasst sein. Das eigene Werk sollte dann zu einer der drei rein digitalen Sparten passen:
Der Kurztext bietet 160 Zeichen, um sich lyrisch Ausdruck zu verschaffen. Dafür können bis zu fünf Texte eingereicht werden.
Der Blog ist die Kategorie für die Freestyler unter den Nachwuchsautoren. In einem Beitrag kann völlig frei gewählt werden, was um gesetzt wird: Von der klassischen Prosa-Formen, über Kritiken oder Hypertexte sowie andere neue Ausdrucksformen ist alles möglich.
Der Poetry Clip bietet die Möglichkeit ein neues Format auszuprobieren, um Texte in ihrer Wirkung durch das Dazunehmen von Bildern bzw. Bewegungen zu unterstützen. In einem bis zu 10 Minuten langen Clip können literarische Texte entweder filmisch oder visuell umgesetzt werden. Aber auch Slam-Poeten und Spoken-Word-Autoren wird hier eine Bühne geboten, um ihre Texte effektvoll umzusetzen.
Den Gewinnern der verschiedenen Kategorien winken reizvolle Preisgelder. Der Betrag von 1.000 € wird unter den ersten drei Platzierten jeder Sparte verteilt: 1. Preis: 600 €, 2. Preis: 300 €, 3. Preis: 100 €.
Gefördert wird der Wettbewerb vom Kulturamt der Stadt Düsseldorf und vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW. Federführend für die Umsetzung ist das Heinrich-Heine-Institut der Landeshauptstadt.
Dem Projektleiter Enno Stahl haben wir noch ein paar ergänzende Fragen gestellt:
Welche Bedeutung versteckt sich hinter dem Namen „compete“?
COMPETE steht im Englischen für wetteifern, einen Wettbewerb austragen, gegeneinander antreten – und genau darum geht es beim Internationalen Jugendautorentreffen. Ganz offen wird eine Art digitaler Poetry Slam ausgetragen.
Weshalb ist es Euch wichtig, dass das die Teilnehmer aus aller Welt kommen bzw. sich auch junge Autoren mit Migrationshintergrund beteiligen?
Das Netz ist global, jeder kann von überall auf jede Seite zugreifen. Damit steht unser Wettbewerb Jugendlichen aus aller Welt offen. Englisch ist im realen und im digitalen Leben die Weltsprache, die die meisten wenigstens ein bisschen beherrschen. Die Beschränkung auf das Deutsche würde eine starke Verengung auf den deutschen Sprachraum bedeuten.
Junge Autoren mit Migrationshintergrund werden über kulturelle Angebote normalerweise in sehr geringem Maße erreicht, wohl auch, weil sie – und das mit Recht – gewisse Berührungsängste verspüren. Diese Barrieren möchten wir aufbrechen und Partizipationsmöglichkeit bieten. Alle kulturpädagogischen Erfahrungen sagen uns, dass dieser Gruppe ganz bewusst kommuniziert werden muss, dass sie willkommen ist, dass ihre Teilnahme an COMPETE erwünscht ist.
Aus wem setzt sich die Jury zusammen?
Eine Vorjury bestehend aus den Projektmitarbeitern, also mir, Christine Brinkmann, der Literaturorganisatorin des zakk, und Irina Raskin, Studierende und Radiomacherin wählen zuerst ca. 20 SMS-Kurztexte und je 10 Blogs und Poetry-Clips aus. In einer Live-Veranstaltung, am 16. Juni, 19 Uhr im zakk Düsseldorf werden die Auswahltexte einer Fachjury vorgestellt. Dieser gehören an: Dr. Sabine Brenner-Wilczek (Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts), Philipp Holstein (Journalist für Kultur und Pop bei der Rheinischen Post), Ulrike Merten (Kulturjournalistin) und Jennifer Töpperwein (Bloggerin).
Gibt es bestimmte Kategorien bzw. Maßstäbe nach denen die Jury bei der Bewertung vorgeht?
Hierbei ist die einzelne professionelle Herkunft der Jurymitglieder von Bedeutung. So entscheidet Sabine Brenner-Wilczek als Germanistin anders als Philipp Holstein, der sich sehr für Pop- und Alltagskultur stark macht. Die bisherigen beiden Wettbewerbe ergaben da sehr unterschiedliche Auffassungen und Bewertungsmuster.
Wann werden die Gewinner bekannt gegeben?
Sofort im Netz, außerdem wird die Abschlussveranstaltung diesmal live per Web-TV übertragen. Man kann ihr also von überall beiwohnen.
In welcher Form werden die Preise verliehen?
Die Geldpreise werden überwiesen und es werden Urkunden verliehen.
Wie ist Eure Erfahrung aus den letzen beiden Jahren: Wie hoch ist die Resonanz auf den Wettbewerb?
Die Resonanz ist sehr groß. Beim ersten Mal gab es knapp 300, 2011 schon 360 Beiträge. Die Zugriffsraten auf das Portal sind hoch und die Zugriffe erfolgen aus aller Welt.
Gibt es bestimmte Themen die die Autoren besonders bewegen?
Nun, bei Jugendlichen sind es – erwartungsgemäß – hauptsächlich Liebe und die Identitätsproblematik.
Seht Ihr Unterschiede zu anderen Wettbewerben bei der Themenwahl, aufgrund der von euch vorgegebenen Formen der Darstellung und dem Hintergrund Internet und Web 2.0?
Ja, sehr große Unterschiede. Da es sehr leicht ist, an unserem Wettbewerb teilzunehmen, haben wir eine große Bandbreite an Teilnehmern von 11 bis 25 Jahren. Es gibt von unserer Seite keine qualitative Bewertung vorab, allein sexistische, rassistische, Gewalt verherrlichende und rechtsradikale Texte bleiben ausgeschlossen.
COMPETE steht auch für große Transparenz: Sämtliche Beiträge sind online, jede/r kann sich ein Bild davon machen. Bei anderen Literaturpreisen kennt man am Ende unter Umständen nur den Siegertext. Bei uns ist das ganz offen und deshalb gab es auch kritische Stimmen beim letzten Mal: Dieser oder jener Text war doch viel besser, warum ist der nicht dabei gewesen usw. Einige Autoren tauchen mehrfach auf – ungerecht! Aber das ist natürlich Unsinn, wenn man 5 SMS-Texte einreichen kann, können auch mehrere davon in die engere Wahl kommen. Wenn man dann noch einen guten Blog-Text hat, soll der deshalb rausfallen?
Das Wichtige ist, solche Debatten sind möglich, weil eben alle Texte im Netz stehen, jedem eine Vergleichsmöglichkeit geboten wird. Dass es Uneinigkeit über die Ergebnisse gibt, ist klar. Solche Entscheidungen sind immer subjektiv. Ich selber war nicht immer einverstanden mit den Gewinnertexten, aber die Jury hatte getagt und mitunter gab sogar die Publikumsstimme den Ausschlag.
Interesse geweckt? Dann reicht eure Beiträge bis spätestens 15. Juni um 11 Uhr bei der Redaktion von COMPETE ein. Mailt Eure Texte entweder an info@compete2012.org oder ladet sie im Portal (www.compete2012.org) hoch mit dem Hinweis zu welcher Kategorie euer Text zugeordnet werden soll.
Lieber nur lesen? Dann votet auf dem Portal für euren Favoriten. Eine Stimme der Votings wird zu den vier Fachstimmen dazugezählt.
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