Maurice Sendak verstarb am 8. Mai 2012 in Folgen eines Schlaganfalls. Er hat wie kein anderer die Kinderbuchliteratur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt und verändert. Sein Vermächtnis umfasst mehr als 100 Bücher.
Maurice Bernard Sendak wurde 1928 in New York geboren und war ein Illustrator, Kinderbuchautor und Bühnenmaler. Er war das jüngste von drei Kindern und wuchs in Brooklyn auf. Seine in Europa verbliebene Familie kam in Konzentrationslagern ums Leben. Erzählungen seiner Eltern und anderer Verwandter über die Zeit in Polen weckten Sentas Fantasie und beeinflussten seine Werke.
Besonders bekannt wurde sein Kinderbuch „Wo die wilden Kerle wohnen.“ 1963 gelang ihm damit der internationale Durchbruch. “Where the wild things are” so der englische Originaltitel, wurde zunächst für die Bühne adaptiert und 2009 für das Kino verfilmt.
Vielfach setzte Sendak in seinen Arbeiten eine sehr umstrittene Art von Realismus ein und hatte deswegen, vor allem zu Beginn seiner Karriere, mit Widerständen seitens Lektoren und auch Verlagen zu kämpfen.
Sendak wurde aufgrund seines Zeichenstils aber auch wegen dem bereits erwähnten Realismus und Darstellung von Gewalt in seinen Kinderbüchern oft abgelehnt und bis heute kontrovers diskutiert.
Erst nach einiger Zeit wurde sein Stil und auch die Notwendigkeit von Realismus in Kinderbüchern anerkannt, denn Kinder können aus diesen Darstellungen Stärke gewinnen. Sendak sprach sich immer für Ehrlichkeit gegenüber Kindern aus, „Ich glaube nicht daran, dass man Kindern dies sagen darf, jenes aber nicht. Man sollte ihnen alles sagen!“
2008 erwähnte er, dass er homosexuell sei und bis zu dessen Tod mit dem Psychoanalytiker Eugene Glynn (1926 – 2007) in einer Partnerschaft gelebt hatte. Im Zuge dieses Eingeständnisses räumte er ein, dass er zugunsten seiner Karriere und um seine Eltern zu schonen auf ein früheres Coming out verzichtet habe.
Bis ins hohe Alter blieb Sendak seiner Arbeit treu und veröffentlichte zuletzt “Bumble Ardy” oder das Pop-up-Buch „Mommy“, welches an die Geschichte der wilden Kerle anschloss.
Bekannte Werke sind:
- Where the wild things are (1963)
- Higgelty Piggelty Pop! or there must be more to life (1967)
- Bumble Ardy (2009)
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