I’ll be back! Guttenbergs Interviewbuch “Vorerst gescheitert” bald erhältlich

Artikelbild © zu Guttenberg @ http://www.zuguttenberg.de/medien.php

Die Vorgeschichte: Karl-Theodor zu Guttenberg war mit seinen 37 Jahren der jüngste Wirtschaftsminister und kleidete kurz darauf den Titel des Verteidigungsministers. Er hat eine Familie, galt als politischer Sympathieträger und Motivator – inklusive Doktortitel und guten (wenn auch eher spekulativen Chancen) in Zukunft das Amt des Bundeskanzlers zu übernehmen. Der Traum war perfekt, die Karriere eine e-Funktion.

Doch dann der Schock: Guttenberg soll seine Dissertation über “Verfassung und Verfassungsvertrag” abgeschrieben haben. Eine Onlinegemeinschaft formierte sich und durchkämmte seine Ausarbeitung nach weiteren fehlenden Quellenangaben. Die Medien leckten Blut und rochen eine gute Story.

Zu Guttenberg entzog sich der Kamera so gut es ging, beteuerte jedoch mehrmals, dass er die Doktorarbeit selbst verfasst habe, Fehler mal passieren, er aber vorsätzliche Täuschung ausschließen könne. Niemand glaubte dem “Doktoranden”: Die Presse zerriss ihn, Studenten, Professoren, Schüler, Lehrer, Bürger und jeder Zeitungsleser war empört. Manche mehr oder weniger. Jeder äußerte sich zu dem Thema und tat seine Meinung kund. Es wurde an Moral appelliert, gespottet und gelacht. In unserem Forum wurde heiss diskutiert.

Das Image des Verteidigungsministers erfuhr eine Wende, die e-Funktion stürzte ins Bodenlose. Am 01. März trat er in Berlin vor das Rednerpult, verkündete mit wässrigen Augen, dass er das Amt des Verteidigungsministers verlassen werde. Der Doktortitel seitens der Universität Bayreuth wurde ihm entzogen – der Schmerz saß tief. Thomas de Maizière zog als neuer Innenminister nach, Karl-Theodor verschwand in die USA, verließ die Politik (mit der Hoffnung zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurück zu kehren) und beschäftige sich derweil mit einem ehrenamtlichen Job bei der Denkfabrik für Strategische und Internationale Studien (CSIS). Die Spottrufe hallten nach, bis sie letztendlich verhallten. Es wurde Still um “Theo”.

Eggi, Gutti und 2 Caipirinhas: Ob Karl-Theodor zu Guttenberg in seinem neuen Wohnsitz in der USA Arnold Schwarzenegger traf und sich von ihm Rat geben ließ, können wir an der Stelle nicht beantworten. Mal angenommen es wäre so gewesen, dann wäre nachfolgende Szene gut denkbar:  Schwarzenegger auf einem großen Sofa, die verbleibende Muskelmasse mit Sonnenblumenöl eingecremt. Guttenberg hingegen auf dem kleinsten Sessel, eingecremt mit Sonnenschutz Faktor 50. “Du, Terminator, sag mal – wie hältst du dein Ruf stetig hoch? Also… damals, halt.” Schwarzenegger schaute verwirrt drein und antwortete: “I’ll be back”. Dabei wollte er nur 2 Caipirinha servieren, doch Karl-Theodor zu Guttenberg nahm es wörtlich: Er musste wieder zurück, auf sich aufmerksam machen. Was spricht denn dagegen, ein Buch zu veröffentlichen? Ein Buch mit dem Titel – ähm, ähm… – “Vorerst gescheitert”? Gesagt, getan.

Ill be back! Guttenbergs Interviewbuch Vorerst gescheitert bald erhältlichDer Roman “Vorerst gescheitert”: “Vorerst gescheitert” wird von SPON als “Schlagabtausch in Buchform zwischen Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ‘Zeit’” und Karl-Theodor zu Guttenberg bezeichnet. In diesem Roman, welcher von dem Herder-Verlag veröffentlicht wird, heißt es, dass sich Guttenberg “ausführlich über seinen aufsehenerregenden Fall und seine Zukunft” äußert. In dem Interview-Buch soll unter anderem “in einem Schlagabtausch über die Plagiats-Affäre und deren Folgen” gesprochen werden, über seine Zukunft, über die Familie und über die Zeit während seines Amtes, als die e-Funktion noch nach oben ging.

Äußert interessant ist außerdem, dass in dem Interview das Thema der Rückkehr Karl-Theodor zu Guttenbergs thematisiert wird und sich Guttenberg als “pensionierter Politiker” über aktuelle Wirtschaftsthemen auslässt. Dabei kommen die Medien auch nicht zu kurz, die den ehemaligen Verteidigungsminister aufs Schärfste kritisiert haben. Am 19. November kritisierte Guttenberg in Halifax aufs Schärfste die europäische Politik. Es fehle an Führungspositionen, an klaren Bildern. Außerdem sei die Politik zwischen Europa und den USA mehr als nur ein romantischer Blick über den Ozean.

Nun wird zurückgeschlagen! Diese Äußerungen sitzen tief, doch die Medien schlafen nicht: Bild.de kontert und stellt ein Portraits Guttenbergs in einer Bildergalerie gegenüber. Bild 1 zeigt einen Politiker mit Elan, Bild 2 einen Politiker mit einem deutlich molligerem Gesicht. Zeitdifferenz: 8 Monate. Titel der Bildgalerie: “Der neue und alte Guttenberg (…) Typveränderung”. Es wird der Eindruck vermittelt, als ob die Kritik der Bildleser erfolgreich war – doch mit welchem Zweck?

Stern belächelt Guttenberg als einen “Besserwisser”, “gefallenen Helden” und erkennt in ihm eine “wohlgenährt[e]” Person. “Guttenberg im neuen Look” heißt ein Newstitel.

Wer den Schlagabtausch in aller Ausführlichkeit miterleben möchte kann am 29. November dessen Interview-Band “Vorerst gescheitert” (Herder-Verlag – Lesen ist Leben) kaufen. Wir sind über eure Meinungen gespannt!

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6 Comments on "I’ll be back! Guttenbergs Interviewbuch “Vorerst gescheitert” bald erhältlich"

  1. Hawkes 21/11/2011 at 20:26 ·

    Immerhin weiß er, wie man aus dem Scheitern Profit schlägt ;)

  2. Tobias 21/11/2011 at 20:51 ·

    Guttenberg for “Wetten Dass …”. Wer ist mit mir?! :P

  3. Melusine 21/11/2011 at 21:42 ·

    Wieso macht eigentlich niemand aus MEINER gescheiterten Dissertation ein Buch? Ich stelle mich sofort als Interviewpartnerin zur Verfügung und würde das Interview sogar ghostwriten. Dafür nehm ich dann einfach ein paar Passagen aus dem Faust.
    Habe nun, ach! Philosophie, Medizin und Theologie und leider auch die Juristerei ganz und gar nicht studiert, ist ja nichts dabei. Bloß steh ich nun da, ich dämlicher Geck, und mein verdammter Titel is weg.

  4. Jutta 22/11/2011 at 11:13 ·

    Zitat Hawkes: Immerhin weiß er, wie man aus dem Scheitern Profit schlägt ;)

    Nicht nur das, es gibt bestimmt auch den ein oder anderen, der das lesen wird. Besonders die, die ihn scharf kritisiert haben und eigentlich nie wieder was mit ihm zu tun haben wollten. Aber so bringt er sich wieder ins Gespräch und wer mitreden und weiter kritisieren will, sollte das Buch ja lesen. Clever gemacht! ;-)

  5. debruma 22/11/2011 at 11:40 ·

    Tobias,

    der war gut :D

  6. Carrie 27/11/2011 at 20:22 ·

    Guttenberg kommt mir vor wie der Kaiser aus “des Kaisers neue Kleider”. Er merkt gar nicht mehr, dass er keine Kleider anhat. Und viele aus dem Stimmviehvolk merken es auch nicht.

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