Apple hielt sich dezent aus dem Buchmarkt raus, hält aber durch baldiger Ankündigung des iPads 3 und dessen erfolgreichen iBooks-Store den Kurs auf Amazon & Co. – und es scheint kein Kuschelkurs zu werden:
Mit dem vor Kurzem vorgestellten iBooks 2 ist es nun möglich auf dem iPad Inhalte interaktiv anzeigen zu lassen. Kauft man ein eBook über den iBookstore in iTunes, welches die aktuellen Gesten des neuen iBooks 2 unterstützt, kann man sich animierte Diagramme, Fotos oder Videos anzeigen lassen. Notizen die zu Lernkarten werden, 3D-Modelle, spezielle Darstellungen der Texte um sich auf den Inhalt zu konzentrieren und einen Frage-Antwort-Bereich führen zum besseren Verständnis und mehr Spaß beim Lernen.
Kein Wunder, dass dieser Schritt kam: Steve Jobs bekundete gegenüber Isaacson in dessen Biographie über Jobs (ehemaliger CEO Apples), dass die Bildung ihren Potentiale nicht ausschöpft. iPads würden nun auch die Bildung revolutionieren – durch eben diese erwähnten interaktiven Inhalte. Die Prophezeiung scheint eingetreten zu sein, denn mit diesem Funktionsumfang wird sich die ein oder andere Schule überlegen das iPad im Unterricht einzusetzen – bereits die ersten amerikanischen Verlage (Pearson, McGraw Hill und Houghton Mifflin Harcourt) für Lehrbücher sind die Kooperation mit Apple eingegangen. Erste Erfolge zeichneten sich schon ohne iBooks 2 ab: Amerikanische Schulen und der Deutsche Bundestag machen es mehr oder weniger erfolgreich vor. Wer sich das ganze Spektakel mal selbst anschauen möchte, kann das mit diesem eBook tun (aktuelle OS-Versionen, iBooks 2 und iPad notwendig).
Neben iBooks 2 gibt’s nun iBooks Author (hier geht es zur App) – besonders Interessant für die Schreiber unter euch. So kann nun jeder Laie mit einem Mac eBooks mit interaktiven Inhalten erstellen und das Leseerlebnis deutlich aufpeppen. Wer will kann sogar seine HTML5 und JavaScript-Kenntnisse in den eBooks umsetzen. Wenn das mal nicht eine Kampfansage an diverse eReader-Hersteller ist, die durch das eInk-Display Probleme mit flüssigen Grafiken haben, dann wissen wir auch nicht mehr weiter: Die elektronische Tinte erlaubt (bisher) keine farbigen Bilder und nur schlecht als Recht die Darstellung von Videos aufgrund von Ghost-Bildern und der so gut wie nicht vorhandenen Display-”Aktualisierungsrate”. iBooks Author soll, wie iFun schreibt, an das bekannte Keynote erinnern (siehe Artikelbild) – Macintosh-Fans werden an der Stelle wissen, was damit gemeint ist.
Alle guten Dinge sind drei: Nun gibt es ein App zu den Inhalte von iTunes U (hier geht es zur App). Hier können sich Studenten (oder alle, die welche werden wollen) Dokumente von Universitäten herunterladen und per LiveStream bei Lesungen virtuell anwesend zu sein.
Bereits eine halbe Millionen Dokumente sind verfügbar, ein paar darunter auch von deutschen Universitäten. Hinzugekommen ist die Lernmöglichkeit für Ober- bzw. Unterstufenschüler.
Nun denn – es scheint, als definiert Apple mal wieder alles neu. Erst den Computer,- dann den Musik,- Handy-, Tabletcomputer-, und nun: Der Büchermarkt. Hossa!
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One Comment on "Apple und die neue Buchbranche: iBooks 2 und iBooks Author"
iBooks Author scheint wirklich genial zu sein (und dem elektronischen Verlagswesen, besonders dem von Amazon, die Beine schlottern lassen)! Ich bin gespannt – und wundere mich, dass man nicht früher auf die Idee gekommen ist, Autoren solch einfaches Werkzeug an die Hand zu geben.
Auf der Buchmesse wurde mir diverses, kompliziertes Zeugs vorgestellt, was wirklich niemand brauchte (und verstanden hat)!