10 Zitate in 10 Minuten : Ein Interview der speziellen Art zum Kinostart von „Das Hochzeitsvideo“

Hochzeitsvideo glückliches Paar

Heiraten in Zeiten von YouTube, MyVideo und Facebook kann zu einer folgenreichen medialen Nabelschau von Pleiten, Pech und Pannen werden. In seinem am 10. Mai startenden Film „Das Hochzeitsvideo“ greift Regisseur Sönke Wortmann auf komische Art und Weise das Thema auf. Eine filmische Dokumentation über alles was beim Fest der Liebe mal so richtig schief gehen kann, aber auch eine Hommage an das Gefühl die Richtige oder den Richtigen fürs Leben gefunden zu haben.

Das junge Paar Pia und Sebastian haben sich vor 3 ½ Monaten kennen und lieben gelernt. Da entschließen sie sich schon den romantischsten aller Träume wahr werden zu lassen: Eine Hochzeit mit der gesamten Familie und besten Freunden in einem noblen Schlosshotel. Ein Hochzeitsvideo darf dabei natürlich nicht fehlen. Filmisch festgehaltene Erinnerungen sind doch immer noch authentischer als die eigenen. Des Bräutigams Freund Daniel ist schnell als Mann der Stunde gefunden, der alle Ereignisse der Tage davor bis zur kirchlichen Trauung in einer Videodokumentation festhalten soll. Da bleiben Irrungen und Wirrungen nicht aus und tragische und komische Momente wechseln sich in rasantem Tempo ab.

Der Film ist besetzt durch einen vorwiegend erfrischend jungen Cast aus Theaterschauspielern. In einem Interview haben wir die Darsteller Marian Kindermann (Bräutigam Sebastian) und Lucie Heinze (Pias Halbschwester Despair) auf Meinungen und Einstellungen von Literaten und Philosophen zum Thema Heirat und Ehe antworten lassen.

“Das Hochzeitsvideo”, Filmplakat. Bild © Copyright Constantin Film.

Zehn ausgewählte Zitate standen zur Antwort bereit, die sich auch gerne in Hochzeitsreden und –glückwünschen wieder finden:

 „Eine Komödie, die mit der Hochzeit endet, ist der Anfang einer Tragödie.“  George Bernard Shaw

Marian: Eine große Wahrheit.

Lucie: Na, auf jeden Fall. Trauer und Liebe oder Hass und Freude sind so dicht beieinander, dass das schon passt.

Marian: Wenn zum Beispiel der Film mit der Hochzeit endet, ist es der Moment, wo die Geschichte erst richtig anfängt.

Lucie: Auch das Tragische, wenn Leute sich nach 20 Jahren nicht mehr wollen, fängt natürlich die Tragödie an

Marian: Das Arbeiten für die Liebe.

„Wenn ich jemals heirate, wird dies einem schnellen Entschluss entspringen, so, wie man sich erschießt.“  Henry Louis Mencken

Marian: Eine Kurzschlusshandlung – kann schon sein, dass es einen plötzlich auf einmal packt. Man denkt: Jetzt mache ich das! Unser Kameramann, der hat das so gemacht. Seine Freundin wollte immer heiraten, aber er wollte nicht so richtig. Dann war er in New York und es war so ein Moment da. Es hat geschneit und er dachte: Ach, komm! Jetzt mache ich das.

„Unter allen Festen ist das Hochzeitsfest das Unschicklichste. Keines sollte mehr in Stille, Demut und Hoffnung begangen werden als dieses.“  Johann Wolfgang von Goethe

Marian: Gewiss eine der wichtigsten Beziehungen – die Liebe. Das Finden eines Menschen mit dem man bis zum Lebensende zusammenbleibt. Ich persönlich würde es wahrscheinlich ganz laut und ganz extrem feiern.

„Das Gefühl braucht Opposition. Wenn man schon aus Liebe heiratet, sollten wenigstens die Eltern dagegen sein.“  Hermann Bahr

Marian: Dann hat es so was rebellisches, das finde ich gut. Im Film ist es ja auch so.

Lucie: Umso schöner wird es vor allem auch. Wenn die Familien, wie es ja meisten ist, endlich miteinander klar kommen. Schlussendlich eine schöne Familie bilden. Dann hat sich die Arbeit gelohnt. Ich habe zwar noch nicht geheiratet, aber ich sehe es bei anderen Leuten, dann ist es ganz viel wert. Darum ist die Opposition am Anfang vielleicht auch einfach normal.

Marian: Darum ist es dann auch so eine romantische Liebe wie im Film.

Lucie: Es muss ja so sein. Es geht um die Beiden, umso mehr sie das wollen und der Rest nicht, umso besser wird es.

Marian: Dann haben sie auch das Gefühl etwas geschafft zu haben, wenn sie es gemacht haben.

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet.“  Friedrich Schiller

Lucie: Prüfen mit einem Herz und dem anderen Herzen, ob man denjenigen so wie er ist komplett möchte. Ob man ihn vollständig so akzeptiert.

Marian: Die Herzen zusammen passen, ob es ineinander geht.

Lucie: Das Herz spricht, nichts anderes.

Marian: Keine Vernunftheirat, wo man sagt nach fünf Jahren: Jetzt könnten wir auch mal heiraten.

Lucie: Man muss sich selber prüfen.

„Liebe: Ist eine vorübergehende Geisteskrankheit, die durch Heirat heilbar ist.“  Ambrose Bierce

Marian: Ja, so Menschen gibt es auch, die einfach nicht den Spaß am jeden Tag neu verlieben haben, was in längeren Beziehungen wichtig ist. Wenn man sich entscheidet zu heiraten, das Risiko und die Arbeit eingeht, den Menschen jeden Tag neu zu sehen, sich immer wieder in den neuen Menschen zu verlieben.

Lucie: Dieses rosarote Brille auf haben, dieses total euphorisch sein, sich eine Platte machen und dann erkennen: OK, wir sind zusammen. Dann sagt man, fängt die Arbeit an, aber eigentlich ist es so etwas wie eine Basis schaffen, auf die man aufbauen kann.

Marian: Da fängt die Liebe eher an.

„Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit wenigstens halb so glücklich zu werden, wie man allein gewesen ist.“  Oscar Wilde

Lucie: Stimmt, aber das ist das Schwierige daran. Ich glaube, dass es so funktioniert. Ich lebe vielleicht noch nicht so lange, wie jemand der 30 Jahre verheiratet ist, aber an sich stimmt es doch schon.

Marian: Die Dinge einfach teilen. Die Aufgaben und die Krisen, die auf einen zu kommen, dass man stirbt, dass man älter wird, dass man das zusammen teilt, das Glück und das Leid, dass man das irgendwie halbiert und verdoppelt.

Lucie: Die Einschränkungen, die Vorwürfe und die Erwartungen behindern eigentlich immer die Beziehung. Wenn man mehr dabei daran gehen würde, wie beim dem Verhältnis zum eigenen Bruder. Da kann der Bruder irgendwelchen Unsinn machen, man hat ihn trotzdem lieb. Diese Ebene macht es entspannt, aber wenn man diese verfehlt, dann ist es wahrscheinlich schon so, dass man allein glücklicher war und zu zweit nur halb so glücklich. Man kann es bestimmt auch zu zweit schaffen, wenn man ehrlich miteinander und zu sich selber ist, sonst verbaut man sich’s.

© Copyright Constantin Film

“Die Liebe, welch’ lieblicher Dunst! Doch in der Ehe, da steckt die Kunst.“  Theodor Storm

Marian: Ja, genau.

Lucie: Das ist es: Die Arbeit, das Interesse, was bleibt, was man haben sollte.

Marian: Jede Beziehung ist anders, jeder Mensch ist anders. Es ist schon eine Kunst das zu sehen, es zuzulassen. Jede Liebe ist ja ein großes Geheimnis, weil jeder Mensch für sich ein Geheimnis ist. Jeder verrät nicht alles, jeder hat so seine Mechanismen. Wenn da zwei Menschen zusammenkommen, dann ist es schon eine große Kunst, wenn die sich finden und zusammen bleiben. Man entfernt sich immer mal wieder voneinander, kommt wieder zusammen auch innerhalb einer Beziehung. Unterschiedlich intensiv und verständnisvoll kann das sein – gerade heute.

„Hochzeitsreise – der erste Versuch, der Eherealität zu entgehen.“  August Strindberg

Marian: Noch einmal zusammen Urlaub machen, oft der Moment wo sich Beziehungen wieder finden, wenn sie das Alltagsleben nicht haben, wo es eigentlich gar nicht so funktioniert. Urlaub ist eine andere Realität. Zusammen abhauen bevor man wieder arbeitet. Darum sind sie wahrscheinlich auch so schön, die Hochzeitsreisen.

„Heirate oder heirate nicht. Du wirst beides bereuen.“  Sokrates

Lucie: Klar, man sitzt immer auf der einen Seite und schaut auf die andere Seite und denkt: Boah, da wäre ich jetzt auch gerne, das ist immer so.

Marian: Es gibt ja auch viele Beziehungen, da trennen sie sich, wenn sie 40 oder 50 Jahre sind. Dann lebt jeder nur noch für sich und später im Alter kommen sie wieder zusammen. Sie gehen dem Bedürfnis nach sich selber auszuleben. Erst hat man das Gefühl man bereichert sich gegenseitig, puscht sich, lebt intensiv. Manchmal aber das Gefühl der andere hindert einen am eigenen Leben. So absurd das ist – Midlife Crisis.

Herzlichen Dank für das unterhaltsame, einmal andere Interview. Wir wünschen viel Erfolg für den Kinostart am 10. Mai in Deutschland!

Einen Vorgeschmack auf das Geschehen im Film, bietet der offizielle Trailer von Constantin Film:

 

2 Comments on "10 Zitate in 10 Minuten : Ein Interview der speziellen Art zum Kinostart von „Das Hochzeitsvideo“"

  1. Constantin 10/05/2012 at 15:14 ·

    :-) geiles Interview!

  2. Fabian 10/05/2012 at 20:52 ·

    Muss das Interview zusammen mit der Kinonews auch loben. Sehr abwechslungsreich und unterhaltsam! Danke dafür!

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