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Gabriella Engelmann- der Name klingt wie ein sorgsam ausgesuchtes Pseudonym, aber das ist er nicht. Gabriella Engelmann ist der Name einer erfolgreichen deutschen Autorin, die allerdings auch unter einem Pseudonym schreibt. Dieses lautet „Rebecca Fischer“.
Frau Engelmann wurde in München geboren, zog aber auf Grund ihrer Lehre zur Buchhändlerin nach Hamburg, wo sie seither lebt. Die Stadt ist auch in vielen ihrer Bücher Schauplatz des Geschehens. Nach der Ausbildung arbeitete Gabriella Engelmann einige Zeit als Buchhändlerin, stieg dann aber ins Verlagswesen ein. So wurde sie Verlagsleiterin des Kinderbuchverlages Edition Riesenrad. Ihr Zuständigkeitsbereich war hier Prominente zum Kinderbuchschreiben zu bewegen, bzw. wenn diese zu betreuen. Aus dieser Tätigkeit und den damit verbundenen Erfahrungen kamen ihr die ersten Ideen für ein eigenes Buch.
Heute arbeitet Gabriella Engelmann als Literaturscout und freie Autorin.
Ihr erstes Buch „Die Promijägerin“, welches durch ihre Arbeit inspiriert wurde, erschien 2004 im Knaur Verlag, es folgten weitere.
Im Arena Verlag erschienen ihre modernen Märchenadaptionen, neue Fassungen der Stoffe von Schneewittchen, Dornröschen, Aschenputtel und ganz neu- Rotkäppchen. Im Herbst wird die Neuinterpretation von „Frau Holle“ folgen.
Oft so genannte „lustige Frauenbücher“ erscheinen unter dem Pseudonym Rebecca Fischer im Diana Verlag, der zur Bertelsmann-Gruppe gehört.
Wir freuen uns sehr, dass Gabriella Engelmann uns ein Interview gegeben hat, in dem sie unter anderem verrät was ihre weiteren literarischen Plän sind und wer ihre liebste Märchenfigur ist.
Literatur-Community: Frau Engelmann, Sie haben vor Ihrer Verlags- und Autorentätigkeit eine Lehre zur Buchhändlerin absolviert. Haben Sie jemals daran gezweifelt, ob das der richtige Weg für Sie war?
Gabriella Engelmann: Nein, weil ich quasi schon als „Buchmensch“ auf die Welt gekommen bin. Was ich allerdings heute anders machen würde: Ich würde Germanistik studieren. Aber wer weiß, was das Leben noch so für mich bereithält …
Was würden Sie Menschen raten, die vor der Wahl eines Ausbildungsplatzes/ eines Studiums stehen.
Fragt euch auf jeden Fall, ob ihr wirklich mit dem HERZEN dabei seid, oder womöglich nur die Erwartungen anderer in euch erfüllt. Und seid nicht verunsichert, wenn ihr eure Pläne mal zwischendrin ändert. Kein Mensch kann sich zu Anfang sicher sein, ob er das, was er lernt, oder arbeitet auch wirklich den Rest seines Berufslebens machen will.
Ihr Buch „Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid“ beschäftigt sich mit dem Schneewittchen-Stoff. Das Thema wird im Moment auch cineastisch aufgearbeitet. Zum einen Spieglein, Spieglein (Kinostart 5.April) Mit Julia Roberts als böser Königin, zum anderen „Snow White and the Huntsman“ (Kinostart 31. Mai) mit Charlize Theron in der gleichen Rolle und „Bella“ Kristen Stewart als Schneewittchen. Von ihrer FB-Seite weiß ich, dass Sie sich „Spieglein, Spieglein“ ansehen werden. (Wie wars?) Werden Sie sich auch „Snow White“ ansehen?
Ich fand den Film durchaus amüsant, auch wenn ich einige Kritikpunkte habe. Ich mochte den modernen Crossover-Mix aus Schneewittchen und Robin Hood, und fand Julia Roberts einfach großartig. Dass mir der Kosename „Schneechen“ nicht für meine Sarah eingefallen ist, hat mich ein wenig geärgert, denn er ist einfach zauberhaft. „Snow White“ ist natürlich ein absolutes MUSS für mich, allein schon wegen Kristen Stewart, die sich ganz toll finde! Außerdem interessiert mich die eher düsterer Seite des Märchens, und deren Umsetzung!
Welches Märchen war in Ihrer Kindheit ihr Lieblingsmärchen?
Dornröschen. Ich fand es irrsinnig romantisch, alles war so ROSA, der Kuss und überhaupt ;-)
Hach!
Haben Sie heute eines? Hat das Schreiben Ihrer Märchen-Bücher das beeinflusst?
Ich sehe Märchen durchaus kritisch, daran hat sich auch seit meiner Umsetzung in die Moderne kaum etwas geändert. Klingt es eingebildet, wenn ich antworte, dass ich gerade meine GOLDMARIE am liebsten mag? Sie war das letzte der Reihe, und steht mir deshalb zurzeit besonders nah …
Verraten Sie uns Ihre Lieblingsfigur aus ihren Märchenbüchern?
Cinderella, bzw. Cynthia Aschenbrenner. Ich mag ihre Unsicherheit, ihre Fähigkeit sich zu begeistern, und für andere da zu sein. Uns beide verbindet die Liebe zu Theater, Kunst, Musik, Ballet und Mode. Und ein gewisser Hang zu Schüchternheit.
Sie erwähnten einmal scherzhaft in einem anderen Interview, dass Ihre Figuren sich selbst zu Wort meldeten, indem sie sich auf ihre Tastatur setzten und so ihre Geschichte selbst beeinflussen und gestalten würden. Heißt das, wenn Sie an eine Figur denken, Sie diese schon von Beginn an klar vor Ihrem „inneren Auge“ sehen?
Ich wünschte das wäre alles so klar ;-) Nein, im Ernst: Natürlich weiß ich zu Beginn des Schreibens, was meine Heldin ausmacht, und mit welchen Themen sie im Laufe des Buches zu tun haben wird. Allerdings gewinnt ihr Charakter im Schreibprozess schärfere Konturen, oder verändert sich sogar so, dass ich später „nachjustieren“ muss. Außerdem hüpfen auch gern mal Personen ins Buch, von deren Existenz ich vorher nichts wusste.
Was inspiriert Sie neben den Figuren selbst? Haben Sie eine bevorzugte Schreibumgebung?
Mich inspiriert vieles, was um mich herum passiert, was ich beobachte. Für Notizen bin ich gern an den Orten, an denen die Bücher spielen – zum Schreiben selbst ausschließlich an meinem Schreibtisch. Alles andere würde mich viel zu sehr ablenken.
Im Herbst soll eine neue Märchenadaption, diesmal des „Frau Holle-Stoffs“ erscheinen. Wird es darüber hinaus noch weitere Märchenbücher von Ihnen geben?
Man soll ja bekanntlich nie NIE sagen, aber so wie es momentan aussieht, wird GOLDMARIE die letzte Märchenadaption sein. Danach folgen weitere Projekte für den Arena-Verlag, die ich allerdings noch nicht verraten darf. Nur soviel: Ich schreibe ein Buch zusammen mit meinem Kollegen Daniel Bielenstein. Und darauf freue ich mich SEHR!
Waren Sie überrascht, wie groß das Feedback, gerade in Social Networks und auf Youtube auf „Küss den Wolf“ war?
Ehrlich gesagt ja. Für mich war Rotkäppchen inhaltlich keinesfalls ein Favorit, sondern eher eine tolle Abwechslung zu den „Prinzessinnenmärchen“. Ich wollte etwas schreiben, das mehr Thrill hat, und wo ich auch Fantasy-Elemente einschmuggeln konnte. Doch die Farbe ROT scheint eine echte Signal-Wirkung zu haben ;-) Als ich dann auch noch die Idee mit dem Mützenwettbewerb für mein Schaf Emmi hatte, waren alle Dämme gebrochen ;-) Das hat mich komplett umgehauen – und Emmi natürlich auch.
Von Ihnen gibt es bereits den Sylt-Roman „Inselzauber“ und den Amrum-Roman „Wolkenspiele“. Ein zweites Sylt-Buch ist im Entstehen. Werden Sie auch noch über andere Inseln schreiben?
Um das Trio der nordfriesischen Inseln zu komplettieren, könnte es sein, dass es danach nach Föhr geht. Aber ich notiere auch eifrig die Wünsche meiner Leser, die auch nach Borkum, Juist, Fehmarn oder anderen „verlangen“. Mal sehen, was sich da machen lässt.
Zum Schluss: Gibt es eine Frage, die hier nicht gestellt wurde, Sie aber gern noch beantworten möchten?
Ich habe eine an Sie: Macht es Spaß, Autoren zu interviewen, und sich in der Buch-Szene herumzutreiben?
Danke für das tolle Interview, hat Spaß gemacht!
Vielen lieben Dank an Frau Engelmann, mir hat das Interview auch viel Freude gemacht und ein definitives JA!, es macht Spaß sich in der Literaturszene “herumzutreiben”.
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