Am 09. August jährt sich der Todestag von Hermann Hesse zum 50. Mal. Der Schriftsteller prägte die deutsche Literatur zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die US-amerikanische Hippiebewegung der 1960er und 1970er Jahre feierte seine Romane “Siddharta” und “Der Steppenwolf”, so dass er in dieser Zeit zu einem der meistgelesenen Autoren unter den Jugendlichen wurde. Auch heute noch ist die Faszination seiner Literatur, die Außenseitertum und Individualismus thematisiert, ungebrochen.
Hermann Hesse: Rebellion und Suizidgedanken
Geboren am 02. Juli 1877 in Calw wuchs Hermann Hesse im Kreise einer Missionarsfamilie auf, sein Vater Johannes war seit 1873 Mitarbeiter und späterer Vorstand und Leiter des „Calwer Verlagsvereins“. Schon früh zeigte sich Hermann Hesses Talent, er schrieb in seiner Kindheit seine ersten Gedichte und malte seine ersten Bilder. In der umfangreichen Bibliothek seines Großvaters Hermann Gundert vertiefte sich Hermann Hesse in die dort zu findende Weltliteratur.
Rebellische und depressive Phasen bestimmten Hermann Hesses Jugend, es blieb nicht bei bloßen Suizidgedanken, im Mai 1892 versuchte er sich mit einem Revolver das Leben zu nehmen. Es folgte ein Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt, doch das Gefühl nicht verstanden zu werden, einsam zu sein und der Trotz gegenüber seiner Familie verstärkte sich nur.
Hermann Hesses Werke: Themenvielfalt mit autobiografischem Bezug
Diese Themen, wie viele andere, die Hermann Hesses Leben prägten, finden sich auch immer wieder in seinen Werken, wie beispielsweise in “Unterm Rad”. Auch in “Demian”, “Die Morgenlandfahrt” und “Der Steppenwolf” sind autobiografische Züge zu finden; die Archetypenlehre des Psychologen Carl Gustav Jungs, mit dem Hermann Hesse korrespondierte, formte die Texte des Schriftstellers maßgeblich. So finden sich in „Narziß und Goldmund“ Jungs Thesen und Konzepte wieder.
Spiritualität und christliche Mystik bilden den Rahmen für Hermann Hesses Roman “Siddharta”. Hermann Hesse setzte sich selbst mit dem Buddhismus und dem Taoismus auseinander und ließ seine Interpretationen in das Werk einfließen. Für seine westlich geprägte Weltanschauung in diesem Roman wurde Hesse oft kritisiert – aber nicht für die Literatur selbst. 1946 wurde er mit dem Literaturnobelpreis geehrt, seit 1954 ist er Träger des Ordens Pour le mérite für Wissenschaft und Künste.
Doch egal, welchen Roman man von Hermann Hesse heute in die Hand nimmt, jeder, der auf der Suche nach sich selbst ist, findet sich in den Werken wieder, denn er spricht Themen an, mit denen sich jeder Leser, insbesondere junge Leser, identifizieren können: Außenseitertum, von den Eltern und Freunden nicht verstanden, dazu die Faszination Indiens und Erfahrungen mit Drogen. Aber auch eine gewisse Form des Individualismus, die nahezu an Eigenbrötlertum grenzt. So fasziniert Hermann Hesse immer wieder aufs Neue. Und das wird sich auch 50. Jahre nach seinem Tod nichts ändern. Die Gesamtauflage seiner Werke liegt bei über 100 Millionen verkaufter Bücher.
Am 09. August 1962 in Montagnola in der Schweiz verstarb Hermann Hesse, der jahrelang an Leukämie litt, an einem Schlaganfall.
Themenabend auf Arte
Anlässlich des 50. Todestages widmet der TV-Sender Arte am 08. August Hermann Hesse einen Themenabend. Gezeigt wird der Film “Die Heimkehr” aus dem Jahr 2012 mit Heike Makatsch und August Zirner. Im Anschluss gibt es die Dokumentation “Der Weg nach Innen”.
Also einschalten: Der Hermann Hesse-Themenabend am 08. August ab 20:15 Uhr auf Arte.
Links zum Thema Hermann Hesse
Ausführliche Biografie von Hermann Hesse auf wikipedia
Offizielle Hermann Hesse Webseite
Hesse-Sonderseite beim Suhrkamp-Verlag
Focus-Artikel: Wie aktuell ist Hermann Hesse?






8 Comments on "Der Steppenwolf in mir – Zum 50. Todestag von Hermann Hesse"
Hermann Hesse starb am 9. August 1962. Doch sein Werk ist lebendiger als das der meisten seiner Zeitgenossen. Nach seinem Tod hat es rund um den Globus eine beispiellose Verbreitung gefunden.
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