Eine Woche nach Fabi bin ich jetzt dran:
Dazu muss ich allerdings ein klein wenig ausholen:
Ich schaute nach neuen potentiellen ‚Opfern‘ für ein nächstes Interview und entdeckte dann bei Facebook Daniel Kohlhaas. Nachdem ich ein wenig recherchiert - und ihm eine Freundschaftseinladung geschickte hatte, war er einen Abend online. Ich schrieb ihn an, keine Antwort.
‚Na ja der wird das sicher lesen‘, dachte ich und bin dann los zu einem Termin.
Die Antwort kam auch und Daniel war begeistert. Da ich in einer ‚Goethestadt‘ wohne und dachte, dass Daniel hier ganz in der Nähe wäre, war es absolut perfekt. Es kam ganz anders:
Ich hatte mich vertan. Daniel wohnt nicht in Siegen, sondern in der Nähe von Bonn. Tja, damit schien der Interview geplatzt zu sein. Jedoch fiel mir ein, dass Fabi in der Nähe von Köln bzw. Bonn wohnt. Fabi sagte zu, somit war der größte Teil geschafft. Fehlte nur noch Daniel und die Location. Beides ging relativ zügig und der Termin stand: 19. März im LeSofa.
Die besten Ideen kommen einem, wenn man nicht damit rechnet. Solche Situationen kennt jeder, man putzt sich die Zähne und plötzlich hat man eine geniale Idee. So war es bei Alex und mir auch. Wir chatteten, planten und irgendwann keimte dann die Idee von einer Lesung in uns auf. Danach herrschte kurz Funkstille ( ein paar Minuten). Man muss sich vor Augen halten, dass Lesungen normalerweise nicht so ganz einfach zu organisieren sind und Daniel das ‚nebenbei‘ aufzubrummen war auch so eine Sache. Zu meiner Überraschung, nahm Daniel ‚ die Lesung mit‘ und so stand alles fest.
19. März 2011
Ich hatte in der Nacht zuvor noch eine Kamera besorgt, somit stand die Ausrüstung:
Zwei EOS Canon Kameras
Ein Camcorder
Macbook
iPad
Zwei Stative
Nachher gesellte sich noch Fabis Equipment in Form einer weiteren Cam, eines weiteren (weitaus besseren) Stativs, seines Macbooks und seinen Mikros+ unzählige Kabel dazu.
Der eigentliche Teil kommt erst jetzt:
Es war Regen angekündigt worden, konsequenterweise schien die Sonne, was die Fahrt nach Niederkassel eher verschönerte. Ich genoss kurz die Sonne an einer Raststätte, während sich ein Fanbus von Mainz 05 entleerte und alles abgefeierte wurde, was die Raststätte zu bieten hatte. Während ich einen Cheeseburger aß, bemerkte ich eine subtile Stimmungsschwankung ‚ Was für Säcke! 0,70 EUR für eine Runde Bierentleerung.‘, rief ein Mainz-Fan und deutete auf die Toilette im Inneren der Raststätte.
Die Fahrt ging weiter, ohne das ich bis heute weiß, ob der Mainzer 70,- Cent gezahlt hatte und ich erreichte Niederkassel. Ich hegte noch immer den Verdacht, dass es doch regnen könnte, also nahm ich den Trenchcoat mit und betrat das LeSofa. Clubsessel, weiße Wände, dunkler Fußboden, dazu noch ein wenig Musik. Ich fühlte mich sofort heimisch. Alex und Fabi begrüßten mich, man unterhielt so, wie man normalweise chattete und dann ging es los. Fabi und ich chaotisierten alles, was nicht festgewachsen war und so sah das LeSofa binnen weniger Minuten wie ein Schlachtfeld aus, was wiederum Alex nicht zu stören schien.
Während wir dann das halbe LeSofa umrückten, die Kameras aufbauten und ich nochmals kurz die Fragen durchging ( waren nicht immens viele), kam dann plötzlich Daniel an. Ein Gespräch folgte dem anderen. Von ‚Verklemmtheit‘ keine Spur. Es gibt Menschen, mit denen schweigt man stundenlang, mit anderen kann man reden und reden, so war es jedenfalls bei uns ( Daniel, Anne, Alex, Fabi und mir). Dann ging es irgendwann mal an das Interview. Ein wenig mulmig war mir schon, weil da diese Kamera stand. Vor anderen Leuten zu reden finde ich nicht sonderlich schlimm, aber vor diesem ‚Ding‘.
Fabi positionierte sich hinter der Kamera Alex machte alles und Anne hielt von hinten mir einer Kamera drauf. Ich glaube, wenn jemand in dem Moment in den Laden gekommen wäre, der wäre sofort wieder verschwunden. Wie eben schon beschrieben, hatte ich nicht viele Fragen, sollte sich das Interview doch eher zu eine Gespräch entwickeln. Ich denke das hat auch größtenteils geklappt. Nach ein paar Minuten hatte ich die Kamera vergessen und es entwickelte sich ein Gespräch, so als ob wir uns im LeSofa getroffen hätten, um einfach ein wenig zu reden.
Dann war das Interview auch vorbei, mein Rücken kochte, weil die Sonne die ganze Zeit über den Rücken beleuchtete bzw. darauf glühte.
Jetzt mussten wir die Daten sichern bzw. wieder alles an seinen rechtmäßigen Platz schaffen. Alex’ Bruder und Alex selbst bereiteten den Abend vor.
Die Lesung:
Eine große Angst hatte ich, dass kaum Leute kommen sollten. Alex erwies sich hier als Werbetalent. Das LeSofa war immens voll. PapaSchlumpf, seine Angetraute und die Litacomler saßen bei Fritz Kola, Cocktails und Co. in einer Ecke und genossen die Atmosphäre. Fabi und ich genossen einen kleinen Happen zu Essen. Dabei zeigte mir Fabi dann einige Kniffe zu den Kameras ( Danke!).
Dann schlug Daniels Stunde und die Lesung begann. Während Fabi verzweifelt versuchte alles mit der Kamera aufzunehmen, las Daniel einige Stellen aus AMYGDALA vor. Danach standen Fragen an. Erst herrschte Stille und dann gingen immer mehr Finger hoch und Daniel wurde mit Fragen zu dem Buch, zu seinem Leben und zu allem, was man gerne wissen wollte, bombardiert.
Hiernach durfte Daniel noch seinen Kuli schwingen und signieren ( meine Bücher von ihm natürlich auch ;-)).
Danach klang der Abend unter Gelächter, Fitz Kola, Cocktails und dem Gefühl, dass alles geklappt hatte, langsam aus.
Constantine