Ich häng mich mal ran
Klappentext:
Plötzlich war er da. Direkt hinter ihr. Leise wie eine Katze.
Eine junge Polizistin wird an ihrer Wohnungstür überfallen und brutal niedergestochen.
Das nächste Opfer ist eine Studentin. Beide Frauen sind rothaarig. Auch die Galeristin Vivienne hat rote Haare – sie wird von Angst und quälendem Misstrauen erfasst. Hat der Killer sie als nächstes Opfer auserkoren? Inspecteur Paul Vegter, der die Ermittlungen leitet, spürt, dass ihm nicht viel Zeit bleibt, bis der Mörder wieder zuschlägt …
Meine Meinung:
Lieneke Djikzeul gilt als eine der besten niederländischen Krimiautoren. In dem Thriller „Vor dem Regen kommt der Tod“ geht es um einen Serientäter der Frauen mit roten Haaren ermordet und skalpiert.
Gleich zu Beginn kann der Leser den ersten Überfall an die Polizistin Renee mitverfolgen, der sehr spannend in Szene gesetzt wurde. Sie überlebt mit viel Glück und ist auf ihren Kollegen Paul Vecter angewiesen, dass dieser den Täter stellt.
Ziemlich schnell auf den ersten Seiten erfährt man schon, wer der Täter ist. So braucht man nicht lange hin und her überlegen, sondern kennt hier schon die Person und das mögliche nächste Opfer.
Der Thriller wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Zum einen erlebt der Leser die Ermittlungen von Paul Vecter und dessen Freundschaft zu Renee.
Auch wird hier die Perspektive des Täters sehr präsent dargestellt. Man verfolgt seine Denkweise, seine Pläne und auch seine Wut.
Auch die Ehefrau des Täters kommt hier zu Wort. Schritt für Schritt kommt sie gemeinsam mit dem Leser hinter das Geheimnis des Täters und es ist nur eine Frage der Zeit, bis ihr eigenes Leben in Gefahr ist.
Die Figuren sind also in diesem Roman sehr gut ausgearbeitet. Mir fiel es unheimlich leicht, mir die Personen vorzustellen und besonders sympathisch waren mir natürlich das Duo Renee und Paul.
Auch die Ehefrau wurde sehr intensiv dargestellt, sodass ich regelrecht mitgefiebert hab, während sie ihrem Mann hinterherschnüffelt, aber auch wütend wurde, weil sie auf eigene Faust ermittelt.
Genau dies machte für mich die Spannung irgendwie aus. Man sollte meinen ein Thriller, bei dem man von vornherein weiß, wer der Täter ist, könnte nicht mehr interessant sein. Dies empfinde ich persönlich als Irrtum. Für mich war es spannend genug, mit zu erleben, wie sich die Schlinge um den Täter immer fester zuzieht aber auch, wie lange es erst einmal dauert, um ihm auf die Schliche zu kommen.
Mit 333 Seiten hatte er für mich eine ganz gute Länge. Die etwas größere Schrift und die vielen Absätze ermöglichen einen angenehmen und leichten Lesefluss.
Das Cover finde ich ganz gut gemacht, der rote blutende Zopf auf grauen Hintergrund deutet schon auf einen Thriller hin, nur der Titel ließ mich ein wenig grübeln.
Fazit:
Für mich war „Vor dem Regen kommt der Tod“ ein angenehmer Thriller der nicht hochspannend und grausam blutig ist aber sehr in die psychologische Schiene geht. Hier erlebt der Leser eher die Handlung des Täters und seiner Frau, als die der
Polizei oder des Opfers. Der großartige und detailgetreue Schreibstil hat mich vollends überzeugt, sodass ich den Roman ziemlich schnell durchgelesen habe.
Lieneke Djikzeul hat bereits mehrere Romane veröffentlicht. Für „Vor dem Regen kommt der Tod“ wurde sie für den „Gouden Strop“, die bedeutendste niederländische Krimi-Auszeichnung nominiert.
© Michaela Gutowsky