der weitere lebensweg des als kind schwer misshandelten dave pelzer
zum besseren verständnis sollte man vielleicht meine anmerkungen
hier lesen
also, da der erste teil echt verstörend und grausam war, und mir teilweise doch aus der seele gesprochen hat, musste ich natürlich wissen, wie es mit dem kleinen dave weiter ging. beschreiben ist in diesem buch seine zeit direkt nach der trennung von seiner mutter bis zu seinem 18. lebensjahr. hier trennen sich unsere wege teils erheblich...
dave verbringt seine zeit bei immer neuen pflegefamilien und an anderen schulen. unfähig sich in ein geregeltes leben einzufügen, sicher auch bedingt durch die vielen ortswechsel, erlebt er eine kindheit im wechselbad der gefühle. er muss sich gegen seine mutter in einem gerichtsprozess behaupten. wobei "behaupten" weit daneben gegriffen scheint. das sorgerecht wird ihr nur abgesprochen, weil dave die abschließende frage des richters missverständlich beantwortet. am liebsten wäre er vor angst vor seiner mutter und des allein-seins bei ihr geblieben. für uns unverständlich, aber im buch kommen seine beweggründe gut zur geltung. und nun beginnt hier eine reise durch zig verschiedene pflegefamilien, eine reise mit den unterschiedlichsten charakteren anderer pflegekinder. und im hinterkopf immer die angst, dass mutter ihn zurück holen könnte. es kommt tatsächlich zu meheren begegnungen mit ihr. die zweigesichtigkeit von ihr ist echt erschreckend. zu allen lieb und nett, doch ist sie mal mit ihrem "jungen" (als mehr wird er von ihr nicht tituliert) allein geht der psychoterror weiter, wie in "besten" tagen. und sein vater scheint all die jahre wie vom erdboden verschluckt zu sein. es gibt kaum ein wiedersehen mit ihm.
wirklich auffällig ist die suche nach aufmerksamkeit, aufmerksamkeit von den pflegeeltern, den mitschülern. und fast immer setzt er sich in die nesseln, wird sogar leicht kriminell dafür. und die ewige suche nach ein wenig liebe bei seiner mutter...
tja, nach dem "reißerischen" ersten teil wird es etwas ruhiger um dave. er nimmt den leser mit auf seinem weg zum erwachsenwerden, zeigt ihm die orte und abläufe, die ihn bewegt und geprägt haben, wo er eine mehr oder weniger normale kindheit und jugend verbringen durfte. sicherlich lesenswert, aber nur mit dem hintergrund des ersten teils.