Sehr umfangreich beschreiben die Autoren Geschichte, Theologie und Kunst der russisch-orthodoxen Kirche. Revolutionär dabei, zumindest für diese Buchreihe: Am Ende des Werkes gibt es umfangreiches Bildmaterial, wenn auch nur als Schwarzweißfotographie. Sehr gründlcih sind die Ausführungen, so daß der Konfessionskundler und der Kirchenhistoriker voll auf ihre Kosten kommen. Das Buch ist aber auch sehr staatstragend. Nur ein Beispiel: Konflikte mit der kommunistischen Staatsführung ab den 1920er Jahren kommen hier nicht vor. Es scheint so, als habe es nie äußere Anfeindungen gegeben. Es ist mir nicht so ganz klar, was mit dieser Schönrederei bezweckt wird. Das Buch kommt zu einer Zeit auf den Markt, als Gorbatschow mit seiner Politik der Offenheit und Veränderung voll zu Gange ist. Muß selbst in dieser Situation noch mit Verfolgung und Unterdrückung gerechnet werden? Wer die westeuropäischen Kirchen mit ihrer kritischen Begleitung staatlichen Handelns kennt, für den sind die Ausführungen unverständlich.