Der zweite Brief Nathanaels an Lothar ist die Erwiderung auf Claras Brief. N. kommt auch ohne Umschweife darauf zu sprechen, dass ihm die Einmischung Claras gar nicht zu pass kommt. (Sehr schön finde ich die unfreiwillige Komik, die sich aus dem altertümlichen Sprachgebrauch ergibt: "[...] dass Clara neulich den Brief an dich [...] erbrach" (Z. 5-7)... aber das nur am Rande

)
Es ist nicht so, dass er Clara nicht Recht gäbe. Vielmehr scheint er beeindruckt, wie rational sie argumentiert. Aber er will es einfach nicht... er müsste sonst sein Weltbild ändern. Und so bekommt Lothar, der, wie wir wissen mit Clara darüber diskutiert hat, in Zeile 18 auch erstmal eine verbale Watschen: "Lass das bleiben!"
Ein Thema des Briefes - und wie sollte das verwundern - ist natürlich wieder Coppola/Coppelius. Doch auch wenn Professor Spalanzani genügend rationale Argumente gebracht hat, dass Coppola nicht Coppelius sein kann, schreibt N.: "Ganz beruhigt bin ich nicht."
In diesem Brief hören wir dann auch von Olimpia, Spalanzanis "Tochter". N. beschreibt sie als äußerlich perfekt mit engelsgleicher Schönheit, bemerkt aber, dass ihre Augen etwas Starres hätten, "beinahe [...] keine Sehkraft, es war mir so, als schliefe sie mit offnen Augen. Mir wurde ganz unheimlich [...]" (Z. 14-16)
Zum Schluss kündigt N. seinen Besuch bei Lothar und Clara an.
edit:
Ich vergaß zu erwähnen... mit Spalanzani wird eine neue Vaterfigur eingeführt. Ihre Bedeutung erschließt sich aber erst im erzählerischen Teil.