Fleisch in Zellophanpapier - ich bin Vegetariererin, so dass mir der Genuss hier verwehrt bleibt, kommen wir also lieber zur Literatur zurück.
In Ordnung, wir unterschieden also zwischen Arbeit und Genuss, aber man könnte nun sagen, dass bei ersterem die Literatur lediglich auf ihren Zweck reduziert wird, ihr Inhalt weniger zählt...
Auf der anderen Seite könnte man vielleicht sagen, Horaz' Forderung, die Literatur müsse belehren und unterhalten, wäre nun in der Gegenwart so zu deuten, dass Literatur eben als janusköpfiges Medium gebraucht wird, also technisiert zur Arbeit, genüsslich für den Privatgebrauch...
Keine Frage zudem, die Literatur kann beides, also belehren und unterhalten, aber wie sieht es denn heute aus? Verdrängen Technik&Co. nicht zunehemend den ästhetisch-genüsslichen Leseakt, bewerten ihn nach Massstäben wie Verfügbarkeit (ebook-reader für die Handtasche), Schnelligkeit (download versus Ausleihe), Simultanität (mehrere Bücher parat haben) und Preis (einmaliger Anschaffungspreis versus ständiger Buchkauf)? Wo bleibt das Leserlebnis dabei?